Preise zeigen oder verstecken?

Ich bin mal wieder bei einem für mich leidigen Thema gelandet:

Soll ich meine Preise auf der Webseite zeigen oder nicht?

So ziemlich jeder hat dafür Argumente in beide Richtungen. Auch ich pendle immer wieder zwischen „Ja“ und „Nein“ hin und her. Es scheint für jeden ein schwieriges Thema zu sein.

Aber was hält uns davon ab?


Wie kauft man ein Produkt?

Wie der genaue Ablauf eines Einkaufes funktioniert wissen wir alle. Wir gehen in einen Laden oder Online in einen Shop, suchen uns ein Produkt aus und kaufen es. Manchmal wissen wir genau was wir kaufen wollen und manchmal ist es auch so, dass wir plötzlich etwas finden, was wir gerne haben möchten.

Der wichtige Punkt dabei ist: Wir schauen zuerst nach dem Produkt und dann geht unser Blick auf den Preis. Darüber entscheiden wir dann noch einmal, ob wir das Produkt wirklich haben wollen bzw. es brauchen.

Ist der Preis auch in Ordnung kaufen wir das Produkt.

Natürlich achten wir nicht immer auf den Preis. Gehen wir für uns einkaufen in einem Supermarkt, dann achten wir vielleicht nicht jedes mal darauf, wie viel etwas kostet. Planen wir jedoch eine größere, hochwertigere Anschaffung, dann sieht das ganze oft anders aus. Wir überlegen es uns vorher und vergleichen auch einmal die unterschiedlichen Preise.

Preise bei Produkten und Dienstleistungen

Bei den meisten Produkten haben sehen wir sofort einen Preis dazu. Er ist für uns erkenntlich und wir können danach entscheiden, ob wir das Produkt kaufen oder nicht.

Bei Dienstleistungen haben wir oft den Fall, dass wir uns ein Angebot schreiben lassen können. Dies ist auch für den Dienstleister einfacher, da er individuelle Angebote schreiben kann. So kann genau kalkuliert werden, was der Kunde braucht.

Oft erlebe ich es jedoch bei mir selbst, dass ich davor zurück schrecke ein Angebot anzufordern. Es ist nicht immer ein deutliches Gefühl, doch hin und wieder habe ich deswegen schon bei Firmen keine Anfrage hingeschickt.


Gute und böse Zahlen…

Diese Überschrift endet jetzt gleich nicht in einem Horrorfilm der Zahlen. Manche Zahlen sehen für uns einfach „netter“ aus als andere. Sehen wir einen Preis von 1,00 € wirkt es für uns mehr (böse) als wenn wir einen Preis von 0,99 € sehen (gut). Natürlich ist 0,99 € auch weniger, aber es ist lediglich ein Cent. Trotzdem denken wir im Unterbewusstsein, dass der Preis viel niedriger ist. Dies ist ebenfalls bei 100.- € und 99.- € der Fall.

Wenn Du also Deine Preise zeigst, kannst Du auch darauf achten ein wenig auf das Unterbewusstsein einzuwirken.


Meine innere Diskussion …

Es begann mit dem Gedanken klar und offen meine Preise für Dich zu kommunizieren. Ich wollte Dir sofort zeigen, was für ein Produkt bei mir wie viel kostet. Doch dann ging es innerlich wieder los: Darf ich meine Preise zeigen?

Ich diskutierte mit mir selbst hin und her:

NEIN, zeige Deine Preise nicht: 

  • Die Preise sind zu hoch
  • Es schreckt die Kunden ab
  • Die Konkurrenz sieht Deine Preise
  • Es wirkt unpersönlich
  • Kunden fragen dann nicht mehr bei dir an (Die erste Kommunikation findet nicht statt)

Dies alles kämpfte gegen diese Seite an:

JA, zeige Deine Preise

  • Deine Kunden sehen sofort, was Dein Produkt kostet
  • Sie können selbst entscheiden, ob das Produkt es für Sie wert ist
  • Du kommunizierst offen, welche Preise Du hast und schaffst damit Klarheit
  • Deine Kunden sehen endlich, was Grafikdesign wirklich kostet
  • Sie sind so kalkuliert, dass Du voll und ganz hinter den Preisen stehst
  • Deine Produkte sind es wert, das das Preis-Leistungsverhältnis stimmt

Diese ganzen Gedanken liefen jetzt seit Wochen durch mich durch. Ok, ich gebe es zu: Diese Diskussion habe ich schon seit den ganzen vier Jahren meiner Selbstständigkeit immer wieder mit mir selbst und auch mit anderen geführt. Sie kommt bei vielen Selbstständigen immer wieder hoch und erdrückt uns.

Ich frage mich mittlerweile wirklich wieso? Warum soll ich mich für meine Preise schämen? Wollen meine Kunden nicht genauso Klarheit haben wie ich auch bei anderen Produkten?

Ich sehe gerne die Preise bevor ich ein Produkt kaufe. So kann ich für mich einfach direkt einschätzen, ob ich es mir kaufen möchte oder nicht. Wenn ich dann für den Preis ein Produkt erhalte, welches genau auf mich zugeschnitten ist, dann bezahle ich auch gerne den angegebenen Preis. In meinem Fall für einen Kokos-Latte Macchiatto…


Sind Preise wirklich so gruselig? 

Ich habe mittlerweile für mich die Antwort gefunden. Ich werde meine Preise zeigen und diese meinen Kunden klar und deutlich präsentieren. Denn ich möchte, dass meine Kunden wissen, was Grafikdesign bei mir kostet. Ich lege viel Kreativität, Wissen und Leidenschaft in meine Projekte. Jedes ist individuell und auf den Kunden abgestimmt. Dies hat einen entsprechenden Preis für den ich mich nicht schäme. Ich stehe hinter meinen Preisen und habe sie entsprechend kalkuliert, sodass sie für mich und meine Kunden passen.

Sind denn Preise wirklich so gruselig? Was lässt uns immer wieder zurück schrecken, wenn wir für Qualität zahlen sollen?

Ich denke, dass es oft der Fall ist, dass wir nicht wissen wie hoch die Qualität wirklich ist. Wir sehen oft, dass jemand anderes es doch viel viel günstiger anbietet. Dabei erkennen wir nicht die Qualität der Dienstleistung. So geht es mir auch oft. Ich weiß schließlich nicht wie viel Arbeit hinter einzelnen Produkten steht. Warum kostet ein Brot, Kaffee, Auto etc. so viel? Setzte ich mich genauer damit auseinander, dann wird es mir deutlich: Dahinter stecken Menschen, die sich Gedanken machen, die es erstellen, Arbeitswege haben etc. Wir sehen oft nicht die ganzen Arbeitsschritte und Produktionskosten die hinter einem Produkt stehen.

Wenn wir die Zeitungen aufschlagen und uns die Prospekte der Möbelhäuser entgegen fallen, dann sehen wir doch auch die Preise. Warum ist es jedoch in meiner Branche und auch in vielen anderen immer noch verpönt?


Klarheit in den Dschungel des Grafikdesigns bringen…

Ich möchte ab jetzt versuchen Klarheit hier reinzubringen. Das Thema Grafikdesign ist riesig und oft wissen meine Kunden nicht was ich überhaupt mache. Dazu werde ich in nächster Zeit immer wieder einen Artikel schreiben. Ich möchte, dass man verstehen kann, wie ich Grafikdesign erstelle und warum es für Dich nützlich ist es zu haben.

Dazu kannst Du mir auch gerne Fragen stellen. Was ist es, was Dich wirklich an Grafikdesign interessieren würde? Welche Fragen hast Du allgemein zum Thema Werbung, die Du schon immer mal beantwortet haben wolltest?

Vielleicht kann ich Dir zu Deinen Fragen Antworten geben.

Fazit meiner ganzen Preisdiskussion ist es also: Ich stehe zu meinen Preisen und werde sie zeigen, damit Du klar sehen kannst, was Dich ein Produkt kostet. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht alle Produkte auflisten kann, da es einfach zu viele Möglichkeiten gibt. Die Hauptprodukte werde ich beschreiben und zu allen anderen kann ich Dir jederzeit ein Angebot schreiben. Denn eines ist Grafikdesign immer: Individuell.

Deine Verena

Wie ist Deine Meinung zu den Preisen? Hattest auch Du schon die innere Diskussion? Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar.

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By |2018-09-29T16:48:20+00:00Oktober 7th, 2015|Dienstleistungen, Grafikdesign, Preise, Qualität|13 Comments

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13 Comments

  1. Liz Oktober 7, 2015 at 3:36 pm - Reply

    Schöner Artikel und sehr gute Entscheidung! Bereiche wie Grafikdesign oder das Texten sind gerade für Laien nur wenig überschaubar, deshalb finde ich es auch richtig und wichtig Preise anzugeben. Dann können sich Kunden ein Bild machen in welchem Preisrahmen sie sich bewegen. Es besteht immerhin auch weiterhin die Möglichkeit die Preise nur als „Richtwerte“ zu vermitteln und einen individuellen Preis zu vereinbaren.

    Ich verstehe natürlich auch die Argumente dagegen, bleibe aber letztlich auf der Pro-Seite 🙂

    • Koniginnen Oktober 9, 2015 at 8:13 am - Reply

      Danke Liz für Deinen Kommentar 🙂

      Ich bin jetzt auch bei der Pro-Seite geblieben. Habe einfach ein paar Sachen kalkuliert und diese zeige ich jetzt. Ich finde es so einfach ein wenig klarer. Bald erkläre ich noch wie sich die Preise zusammen setzten. Ich hoffe das schafft ein wenig Klarheit in dem Dschungel 😉

      Grüße Verena

  2. […] habe ich mich durch die Argumente in meinem Beitrag “Preise zeigen oder verstecken?” dazu entschlossen einige Beispielpreise zu meinen Produkten zu zeigen. Dann hast Du sofort einen […]

  3. Judith P. Oktober 13, 2015 at 12:46 pm - Reply

    Hey Verena,
    erstmal toller Blog bzw. tolle Seite.
    Im Grunde genau mein Thema, ich nehm dich deshalb gleich mal in meine Leseliste.
    Und ein ganz toller Artikel. Ich arbeite aktuell noch in einer Werbeagentur, aber nächstes Jahr möchte ich mich selbständig machen. Da kommt auch auf mich die Preiskalkulation zu. Ich habe mir auch schon lange überlegt, ob ich die Preise dann öffentlich zeige oder nicht. Dein Artikel hat mir jetzt zu JA überzeugt. Eben aus genau den genannten Gründen.
    Auch dein Artikel, wie setz sich dein Preis zusammen fand ich ganz toll. Ich hab immer Mühe meine Preise zu argumentieren. Aber du hast echt super Argumente geliefert.
    Vielen Dank für die vielen Tipps!
    LG
    Judith

    • Koniginnen Oktober 14, 2015 at 8:24 am - Reply

      Hallo Judith,

      erst einmal vielen Dank für Dein Lob 🙂

      Freut mich, dass Du durch meine Artikel Hilfe gefunden hast. Für mich war es auch lange ein hin und her mit den Preisen, aber ich denke wir sollten dazu stehen. Überlege Dir einfach warum Du genau den Preis kalkulierst. Manchmal müssen wir uns als Grafiker auch selbst vor Augen halten, was wir alles für Arbeitsschritte machen. Erst dann können wir ganz hinter unseren Preisen stehen.

      Wenn Du Dich austauschen möchtest, dann kannst Du Dich auch gerne per E-Mail melden.

      Lieber Gruß
      Verena

  4. juliaknightdib November 1, 2015 at 5:02 pm - Reply

    Oh, jetzt habe ich grade eine Server Fehlermeldung erhalten- ich glaube der Kommentar kam nicht an 🙁 Aber dann schreibe ich ihn einfach nochmal.

    Ich finde Preise offen zeigen toll, denn es erspart auch mir als potentiellen Kunden Zeit und dem Anbieter schlussendlich auch, weil ich von Anfang an kalkulieren kann, ob man mit der Preisvorstellung auf einen Nenner kommt. So müsste ich erst eine Mail schreiben, mir müsste gewantwortet werden und dann wird vielleicht festegestellt, dass eine Dienstleistung preislich nicht passt.

    Ansonsten finde ich es auch unglaublich gut den Interessenten aufzuzeigen, was eigentlich alles an Arbeitsleistung hinter einer Grafik steckt – es ist ja nicht nur die reine Arbeitszeit, es kommt ja noch viel Zeit für Verwaltungskram und Bürokrams dazu, die man als Kunde nicht unmittelbar sieht bzw. überschauen kann. Offenheit finde ich daher wirklich wichtig.

    Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar bei mir =)
    Julia

    • Koniginnen November 5, 2015 at 8:01 am - Reply

      Hallo Julia,

      danke für Deinen Kommentar und danke noch mal für den Hinweis, dass die Kommentarfunktion nicht funktioniert hat. 🙂

      Ich denke auch, dass es sinnvoller ist die Preise offen zu zeigen. Ich habe die Preise schließlich auch klar kalkuliert und bei einer Anfrage würde der Kunde die Preise sowieso sehen. Da kann ich sie auch öffentlich zeigen.

      Oft weiß man einfach nicht, wie viel Arbeit hinter Grafikdesign steckt, da man es ja nicht gelernt hat. So wie ich nicht weiß wie viel Arbeit hinter anderen Produkten und Dienstleistungen stecken.

      Lieber Gruß zurück
      Verena

  5. Laura April 24, 2017 at 7:53 pm - Reply

    Liebe Verena, aber wo zeigst du nun deine Preise?:) Lg Laura

    • Verena April 25, 2017 at 7:05 am - Reply

      Hallo Laura,

      den Beitrag hatte ich schon vor längerer Zeit geschrieben. Ich hatte bis vor kurzem noch meine Dienstleistung als Grafiker mit auf der Webseite und dort meine Preise auch mit drauf. Hatte das dann als 2-3 Pakete – Logoentwicklung, Corporate Design. Zur Zeit findest Du bei mir Preise für mein Workbook (https://medienwerk-menden.de/mach-dein-design-selbst-das-workbook/) und für meinen Onlinekurs (https://medienwerk-menden.de/deine-basis-onlinekurs/).

      Was ist Deine Meinung zu den Preisen auf der Webseite?

      Lieber Gruß
      Verena

      • Laura Mai 2, 2017 at 1:37 pm - Reply

        Liebe Verena, danke für deine Antwort! Spontan gedacht, finde ich die Idee toll, die Preise einer Grafik-Designerin gleich sehen zu können. So spart man sich viele Anfragen, da die meisten Agenturen dann doch zu teure Angebote abgeben. Wieviel würde mich denn ein Paket mit Logo und Corporate Design bei dir kosten? Oder wo ist die Grenze, was sollte ich höchsten ausgeben, was mindestens damit ich niemanden ausbeute :D? Viele liebe grüße Laura

        • Verena Mai 4, 2017 at 6:51 am - Reply

          Hallo Laura,

          ich habe den Service jetzt doch wieder reingesetzt, weil auch andere gefragt hatten 😀 Du kannst meine Preise zu meinen aktuellen Leistungen jetzt hier sehen: https://medienwerk-menden.de/dein-neues-design/

          Und genau das ist dann doch mit der stärkste Grund, warum ich meine Preise zeige und es gerne tue. Menschen, die sich für meine Leistungen interessieren können sich sofort einen Überblick machen und ich kann sofort mit ihnen einen Termin für ein Gespräch vereinbaren. Man weiß von beiden Seiten aus, wo man dran ist. Diese Klarheit ist mir einfach sehr wichtig.

          Die Grenze ist sehr schwer festzulegen. Ich kenne viele, die Grafikdesign machen und alle, wirklich alle haben unterschiedliche Preise. Das geht von 15€ die Stunde bis 200 € die Stunde. Aber ich denke von 80-130€ die Stunde ist schon ein guter Regelsatz. Das muss man jedoch auch immer individuell sehen. Am besten einfach mal Kontakt mit den Grafikerin aufnehmen und auch gucken, ob es persönlich passt. Denn die Zusammenarbeit kann enger sein und Langzeitprojekte sind häufig der Fall.

          Grüße
          Verena

  6. Dagmar Dezember 9, 2017 at 8:20 am - Reply

    Ich habe Seitrn.schon oft verlassen, weil bei einem klar definierten Produkt keine Preisangabe dabei steht. Bei einer Landingpage scrolle ich auch als Erstes nach unten, um den Preis zu sehen, bevor ich mir die Zeit nehme, den Text zu lesen. Ich bin also pro. Mich nervt das Hin Und Her mit den Preisen. Ich habe ja durchaus eine Vorstellung, was ich auszugeben.bereit bin und will glei h wissen, ob das Produkt dazu passt.

    • Verena Dezember 15, 2017 at 8:39 am - Reply

      Hallo Dagmar,

      sehe ich genauso wie du. Preise zeigen ist eine gute Sache. Bei sehr individuellen Produkten kann ich verstehen, dass einige Preise nicht genannt werden können. Jedoch kann man ja einfach Beispielpreise einsetzen.

      Lieber Gruß
      Verena 🙂

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